Die Schweiz hinkt beim Solarstrom hinterher

Das Bundesamt für Energie (BFE) bremst seit 2013 den Zubau von Photovoltaik (PV). Wir haben in unserer Solar-Befreiungskampagne ausführlich darüber informiert.

Heute Berichtet der Blick im Interview mit NWA Schweiz Co-Präsident Peter Stutz zum Thema.

Hinweisen möchten wir in diesem Zuge auf die zwei wesentlichen Unwahrheiten des BFE:

1. Im Gegensatz zu den heutigen Aussagen hat das BFE 2016 in der Beratung der ES 2050 im Parlament schriftlich festgehalten, dass die PV-Warteliste bis mindestens Ende 2012 abgebaut wird. (Siehe Bild: Folie vom BFE an das Parlament)

2. Wieder wird, wie auch im Blick Artikel, mit „zu wenig Geld“ argumentiert. Ende 2017 lagen 651.62 Mio. CHF im KEV-Fonds, Ende 2018 werden es ca. 800 Mio. bis 1’000 Mio. CHF sein. Die zuständigen BFE Mitarbeiter äußerten sich am Telefon allerdings ganz anders: „Das Geld sei kein Problem, die Geschäftsleitung will es einfach nicht.“

Wenn Ihr uns im Kampf gegen diese willkürliche Politik unterstützen wollt, dann unterschreibt doch noch rasch unsere Petition.

HURRY UP: Am 29.11.2018 ist der Termin zur Einreichung.

Das Mühleberg Nachglühfest

In genau 60 Wochen, am 20.12.2019, ist es soweit. Das Kernkraftwerk Mühleberg stellt den Leistungsbetrieb endgültig ein. Mühleberg ist somit das erste Atomkraftwerk in der Schweiz das stillgelegt wird.

Da man Feste bekanntlich feiern soll wie sie fallen, nehmen wir diesen besonderen Tag zum Anlass und feiern gemeinsam mit euch und allen befreundeten atomkritischen Organisationen das Mühleberg Nachglühfest.

Wir beginnen nun mit der Planung und werden nach und nach weitere Details ergänzen.

Also SAVE THE DATE und nicht vergessen, ladet alle eure Freunde ein.

PS.

Eins ist jetzt schon sicher, für das leibliche Wohl wird gesorgt. Und da es sich um die Weihnachtszeit handelt, wird es natürlich Nachglühwein geben. Bestätigt jetzt im Facebook Event eure Teilnahme.

Wir freuen uns auf euch!

Atom rettet das Klima nicht! Wie funktioniert eine 100% erneuerbare Energieversorgung?

Wir hatten das Glück und durften am diesjährigen KlimaCamp einen tollen Vortrag organisieren: „Atom rettet das Klima nicht! Wie funktioniert eine 100% erneuerbare Energieversorgung?“.

In den letzten Jahren sind Solarstrom und Windenergie immer billiger geworden und befinden sich weltweit auf einem Siegeszug. Aber woher kommt der Strom, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht bläst? Und wie erreichen wir eine Mobilität ohne CO2-Emissionen? Wie lässt sich heizen, ohne dass die Klimaerhitzung weiter ansteigt?

Dieser spannenden Frage hat sich unser Vize-Präsident Dr. Rudolf Rechsteiner in seinem Vortrag gewidmet.

Das Skript zum Vortrag gibt es hier:

100 Prozent erneuerbar – Einführung in die Energiewende

Heute noch NWA Solar-Ladestation sichern!

Fast zeitgleich mit der Solar-Befreiungspetition hat NWA Schweiz eine Solar-Ladestation mit integriertem 2500mAh Akku veröffentlicht.


Photo: Ilse Wegschaider

Die Solar-Ladestation gibt es exklusiv für eine Neumitgliedschaft oder eine Spende ab 100 CHF über unser neues Online Spendenformular.

Natürlich nur solange der Vorrat reicht.

(Selbstverständlich informieren wir in unserem Blog unter dem Schlagwort Solar-Ladestation, wenn kein Bestand mehr vorhanden ist.)

Mühleberg wird cool!

In Mühleberg wird die Beladung mit Brennelementen so gemanagt, dass man bis zur Stilllegung möglichst wenig davon verschwendet. Man lässt die Brennelemente auch noch im Reaktor, wenn sie nicht mehr 100% der Leistung bringen. Das hat auch den Vorteil, dass nach dem Ende des Leistungsbetriebes alles etwas schneller abkühlt.

Das heisst konkret:
Schon am 16. Juli 2018 lief Mühleberg mit nur noch 98% der Leistung, stetig abnehmend bis am 18. August 2018, wo man es für die Revision abschaltet.

Das passt tiptop zur wettermässig zu hohen Temperatur der Aare, die man mit weniger Leistung etwas weniger aufheizt. Umweltfreundlich! (Das war natürlich ironisch gemeint.)

Nach dem Wechsel von einem Sechstel der Brennelemente während der Revision hat Mühleberg ab 12. September 2018 wieder 100% Leistung. Ab Sommer 2019 sinkt die Leistung wieder unter 100%, bis 19. Dezember 2019 täglich sinkend.

Dann kommt das Ende des Leistungsbetriebs, noch drei Monate abkühlen im Reaktor, bis man die Brennelemente ins Kühlbecken befördert. Dort haben die Brennelemente dann nur noch eine Abwärme, mit der man 100’000 moderne Einfamilienhäuser heizen könnte. (Was man nicht macht, das Zeug ist ja hochradioaktiv!)

In den folgenden Jahren bedanken sich die Aare, die Seelandseen, wieder die Aare und der Rhein dafür, dass sie weniger aufgeheizt werden durchs AKW Mühleberg.

Vor dem Bielersee wird die Aare 1 bis 4 Grad kühler, die Aare bei Gösgen kühlt noch um 0,3 bis 1 Grad ab. Laut ETH Modellrechnung sei die Abkühlung des Rheins noch 360 km den Rhein hinunter in Deutschland messbar.

Aber die armen badenden Deutschen müssen nicht frieren. Zum Glück bleiben Beznau 1 und 2 noch in Betrieb, die die Aare mit 1’520 MW heizen. Das entspricht der Heizung von rund 250’000 modernen Einfamilienhäusern. Das heisst, die Aare bleibt unterhalb von Beznau ein Dampfbad.

Es ist schwierig, bei Windstille im Herbst und Winter den Stausee Klingnau unterhalb von Beznau ohne Nebel zu sehen. Das gibt es kaum. Die Aare ist da viel zu warm und dampft vor sich hin.

Wenigstens wird der Bielersee signifikant weniger Nebel haben. Das Seeland wird ein bisschen weniger das Nebelloch sein, als das es heute bekannt ist. Nur noch die radioaktiven Sedimente im Bielersee werden daran erinnern, dass da mal ein AKW war.

Atomic Energy – The Promise of the Future!

Eigentlich schon verrückt, woran wir uns mit der Zeit gewöhnt haben.

Peter Stutz (Co-Präsident NWA Schweiz)

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