Das Abkommen für das Verbot von Atomwaffen tritt in Kraft

Am 22. Januar 2021 tritt das Abkommen für das Verbot von Atomwaffen in Kraft, nachdem Honduras als fünfzigster Staat das Abkommen unterzeichnet hat.
Aber das Abkommen gilt nur für die Staaten, die es unterzeichnet haben. Also nicht für die Atomstaaten USA, Russland, Grossbritannien, Frankreich, China, Nordkorea, Israel, Indien und Pakistan.
Bemerkenswert ist, wie intensiv und hartnäckig sich die Schweizer Diplomatie für dieses Abkommen eingesetzt hat.
Bemerkenswert ist auch, wie intensiv und hartnäckig sich die USA gegen dieses Abkommen eingesetzt hat.
Wie immer versuchte die USA mit Drohungen und Geldgeschenken arme, schwache Länder auf ihre Seite zu ziehen, um ja dieses Abkommen zu verhindern.
Sorry Mr. President, es tritt nun trotzdem in Kraft!
Mit der Tatsache, dass Atomwaffen nun eigentlich völkerrechtlich verboten sind, kann der Druck auf die heutigen Atomstaaten sicher erhöht werden.
Eine Reduktion der Atomwaffen ist gar nicht so unwahrscheinlich.
Erstens wurden sie bereits von 70’000 Stück auf 17’000 Stück reduziert.
Zweitens sind sie für das eigene Land wahnsinnig gefährlich, wie zahlreiche Unfälle mit Atomwaffen zeigen.
Und drittens sind sie schweineteuer. Die USA plant für die Modernisierung ihrer Atomwaffen 1’000’000’000’000 Dollar auszugeben.
Gleich geht es Grossbritannien und Frankreich, die einen grossen Teil ihres Staatsbudgets für die Modernisierung ihrer Atomwaffen ausgeben.
Es ist anzunehmen, dass auch die Nordkoreaner mehr auf dem Teller hätten, wenn sie nicht das Atomprogramm ihres geliebten Führers bezahlen müssten.
Uns beschäftigt natürlich auch die Tatsache, dass seit Beginn des Atomzeitalters die militärische Atomindustrie und die zivile Atomindustrie eng miteinander verzahnt sind. Teilweise bedingen sie sich gegenseitig. Uns ist es ein Anliegen, dass beide Seiten derselben Medaille stillgelegt werden, die zivile und die militärische Seite der Atomindustrie.
Das erklärt auch den Umstand, warum weltweit immer wieder soviel Geld ausgegeben werden kann, um Kampagnen für alte und neue Atomkraftwerke zu führen. Die werden nicht mit den Defiziten aus dem Bau und Betrieb von Atomkraftwerken bezahlt, sondern zu einem Teil aus den Gewinnen von der militärischen Seite der Atomindustrie. Gerade die amerikanischen Kampagnen in Europa erhalten viel Geld aus sehr undurchsichtigen Quellen.
Auch die Schweiz war ein leicht beeinflussbares Land.
Dass wir soviele Atomkraftwerke und eine so teuere Atomforschung in der Schweiz haben, verdanken wir dem erfolgreichen Lobbying der USA.
Der Forschungsreaktor SAPHIR war 1955 ein Ausstellungsobjekt an der legendären Konferenz „atoms for peace“ in Genf.
Danach fanden die Amis, es lohne sich fast nicht, den Reaktor wieder in die USA zurück zu transportieren, und schenkten ihn der ETH Zürich.
Zuerst war geplant, ihn unter der ETH mitten in Zürich zu betreiben, dann aber entschied man sich doch für einen Umzug aufs Land, nach Würenlingen im Aargau. Dort schuf sich der Forschungsleiter ein eigenes Atomforschungsinstitut, das Paul Scherrer Institut, das bis heute viele Milliarden Franken vom Bund erhalten hat für ihre Atomforschung.
Und auch in der Gegenwart noch hunderte Millionen Franken für die Atomforschung erhält, was eine absolute Zumutung ist.
Vorstösse der Grünen im Nationalrat gegen diese Atomforschungsmillionen blieben aber erfolglos.
Da hilft es auch nicht, dass der Bundesrat nach Fukushima und nach dem beschlossenen Atomausstieg sagte, er fahre die Förderung der Atomforschung zurück. Die diesen Sommer gesprochenen 412 Millionen Franken für Atomforschung sind das Gegenteil dessen, was der Bundesrat versprochen hatte.
Zurück in die Sechzigerjahre: Allzu eigenständig sollten die Schweizer aus Sicht der USA auch nicht werden. Dass von einem Industriekonsortium, mit einer Starthilfe von 100 Millionen Franken vom Bundesrat, ein eigener Reaktor entwickelt werden sollte, kam nicht gut an.
Die Nordostschweizerischen Kraftwerke NOK wollten das erste Schweizer Atomkraftwerk bauen. Sie hatten die Wahl zwischen dem Schweizer Reaktor, der noch in Entwicklung war, und einem Reaktor von Westinghouse NY.
Die Entwicklung des Schweizer Reaktors in Lucens ging voran, umso dringlicher wurde das Anpreisen des amerikanischen Reaktors.
Die Killerargumente waren: Der Reaktor existiert bereits und ist im Einsatz. Und er konnte sehr günstig gekauft werden, wenn man dann jahrzehntelang die Brennstäbe aus den USA kauft. (Das ist wie das Prinzip der billigen Tintenstrahldrucker, wo dann die Patronen ein Vermögen kosten). Die NOK entschied sich für den Westinghousereaktor.
Die Entwicklung des Schweizer Reaktors in Lucens kam damit unter Zeitdruck. Einige Partner waren nach dem Ausscheiden der NOK abgesprungen, ein Erfolg musste sofort her.
Entsprechend wurde der Reaktor in Lucens aus dem Winterschlaf gerissen, und wurde übereilt, ohne die notwendigen Ueberprüfungen in Betrieb genommen, und dann gleich auf Volllast hochgepusht. Beides klare Fehler, vor denen einige anwesende Ingenieure gewarnt hatten, die aber vom Betriebsleiter ignoriert wurden. Ein Erfolg musste her! Sofort!
Der Rest ist Geschichte, Lucens wurde der erste zivile atomare GAU in Europa.
Fazit:
Auch die Schweiz wurde von den Amis mit einem Gratis-Forschungsreaktor und einem extrem billigen Beznaureaktor angefixt, und brachten sich so in eine Jahrzehnte dauernde Abhängigkeit von den USA.
Der neue „Schweizer Reaktor“ wurde von den Amis erfolgreich verhindert. Die Schweiz blieb ein Importeur amerikanischer Technik.
Seit je her schickt die Schweiz alles Plutonium, das in den Reaktoren produziert wurde, auch in den Forschungsreaktoren, in die USA. Und so schliesst sich der Kreis zwischen der zivilen und der militärischen Nutzung der Atomkraft. Plutonium war schon in der Bombe auf Nagasaki das spaltbare Material.
Es ist höchste Zeit, unsere Atomwaffen fördernden Atomkraftwerke stillzulegen!

Das Nachglühfest war ein Erfolg

Vielen Dank euch allen!

Dank den 729 zahlenden Besucher*innen und den Gästen, so dass wir auf über 800 Personen im Laufe des Abends kamen.

Dank den Musiker*innen, Helfer*innen, der grossen Halle, Leusound, Taktvoll, der Bar und den Sponsoren.

Die Musik war toll, die Stimmung war toll.

Wir konnten unbeschwert die atomstromfreie Musik und Lichtshow geniessen!

Vielleicht gibt es das nächste Nachglühfest am 27. Juni 2020 in Basel, dann zur Feier der Stilllegung von Fessenheim 1 und 2.

Der Termin zur Stilllegung von Beznau 1 und 2 ist uns leider noch nicht bekannt…

Willkommen zum Nachglühfest!

Am 20. Dezember 2019 wird um 12.30 Uhr der Reaktor des AKWs Mühleberg endgültig ausser Betrieb genommen.
Mühleberg ist das erste Schweizer AKW, das stillgelegt wird.

Mühleberg soll das grosse Vorbild für die Stilllegung von Beznau werden, dem ältesten AKW der Welt, das noch in Betrieb steht.
Wir nehmen diesen schönen Tag zum Anlass, um mit euch das Mühleberg Nachglühfest in der Grossen Halle der Reitschule Bern zu feiern.
Nach unserem langen Kampf gegen das AKW soll am Nachglühfest das Feiern im Vordergrund stehen.

Türöffnung 18.00 Uhr

19.00 – 19.40 BASLER SICHERHEITSORCHESTER
Bläsergruppe mit Percussion, unplugged

19.50 – 20.30 AERNSCHD BORN & TIM HÜLLSTRUNG (GIT)
Songpoet

21.00 – 22.00 BAZE & SQUISHYBOYZ
Rap, Jazz + Blues

22.20 – 23.00 MISS C-LINE, JAY JULES & REEL BEETZ
Rap + Soul

23.30 – 00.30 STEINER & MADLAINA
Folk + Pop

00.50 – 01.35 PARADISCO
Elektropop

01.45 – END BIT-TUNER
Techno + Bass

Grosse Halle, Reitschule, Schützenmattstrasse 7, 3012 Bern

EINTRITT:
15 CHF Nichtverdiendende
25 CHF Normalos
35 CHF Sponsorenbeitrag

Alle Eintritte inklusive einem Kühlwasserbier oder einem Nachglühwein.

Tickets hier:

https://eventfrog.ch/nachgluehfest

 

Neue Verordnung zu den Stilllegungs- und Entsorgungsfonds

Der Bundesrat macht einen halben Schritt in die richtige Richtung

In der Verordnung zu den Stilllegungs- und Entsorgungsfonds wurden einige unserer Forderungen aufgenommen. Schliesslich stammten 90% aller Stellungnahmen zur SEFV-Revision von NWA Mitgliedern!

Die Beiträge der AKW-Betreiber in die Fonds bleiben aber zu tief. Mit der Kostenstudie 2016 wurden die Beiträge provisorisch auf einen Drittel gesenkt, und diese werden heute gut verdoppelt. Das ist immer noch weniger als zuvor, und kein Grund für die AKW-Betreiber, zu jammern.

Wir können den Bundesrat loben für die Senkung der angenommenen Anlagerendite der Fonds. Die vorher angenommen „Selbstfüllung“ der Fonds durch die Rendite wird dadurch auf ein realistischeres Mass reduziert.

Lobenswert ist auch, dass neu zwei Drittel der Mitglieder der Fondsverwaltung unabhängig sein müssen, das sind neu nicht mehr nur die AKW-Betreiber und ihnen nahestehende Personen.

Neu muss bei einer Unterdeckung der Fonds von den AKW-Betreibern nachgezahlt werden, neu dürfen rechnerisch „zuviel“ einbezahlte Beiträge nicht mehr zurückgefordert werden, die bleiben in den Fonds drin, bis ein AKW stilllgelegt und entsorgt ist.

Beim neuen Berechnungsmodell fordern wir, dass mit den richtigen Annahmen gerechnet wird. Dazu gehört, dass die Beiträge innert 50 Jahren Betriebsdauer vollständig im Fonds vorhanden sein müssen – das wird nicht erfüllt.

Und dass die reale Teuerung von 4,5% zugrunde gelegt wird, der durchschnittlichen Kostensteigerungen in diesem Bereich in den letzten 16 Jahren. Das wird erst recht nicht erfüllt mit der nicht nachvollziehbaren Festlegung der angenommenen Teuerung auf 0,5%.

Dieser Unterschied von 4% ist riesig!

Müssten die heute noch fehlenden 7.971 Milliarden der vom UVEK geschätzten 12.747 Milliarden CHF Entsorgungskosten innert 20 Jahren vorhanden sein, dann müssten die AKW Betreiber bei einer Teuerung von 4.5% über 20 Jahre verteilt noch 20.894 Milliarden CHF einzahlen. Bei einer Teuerung von 0.5% sind es nur noch 4.886 Milliarden CHF, 16 Milliarden oder viermal weniger.

Abstossend ist die heutige Reaktion der AKW-Betreiber auf die neue Verordnung.

2012-2016 bezahlten sie 209,42 mio Franken pro Jahr in die Fonds. Mit der Kostenstudie 2016 wurde dieser Betrag auf provisorisch nur noch 72,28 mio Franken gedrittelt. Die heutigen 183,7 mio Franken sind immer noch weniger als vor 2016, und damit kein Grund zum Jammern.

Um es bildlich dazustellen:

Wenn der Vermieter den Mietzins versehentlich auf einen Drittel reduziert hat, kann der Mieter nicht klagen, wenn der Vermieter diesen Drittel-Mietzins wieder gut verdoppelt.

Dass nun Geld für den Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion fehle, liegt wohl eher an den über 10 Milliarden Franken, die in den letzten Jahren in ausländischen Fossilkraftwerken und inländischen Atomkraftwerken verbrannt wurden, und nicht an 90 Millionen Franken jährlich, die so oder so zu bezahlen sind.

Um das bildlich dazustellen:

Der Ehemann sagt zu seiner Angetrauten, er habe ihr zum Hochzeitstag eine goldene Halskette schenken wollen, aber leider habe er mit dem Geld die Miete bezahlen müssen. Das ist die dümmstmögliche Ausrede, denn er wusste ja, dass die Miete zu bezahlen ist.

Dasselbe gilt für die AKW-Betreiber, die schon immer wussten, dass sie die Stilllegung und Entsorgung ihrer AKWs selbst finanzieren müssen. Ihnen wird nichts weggenommen, was ihnen danach für die erneuerbare Stromproduktion fehlen würde.