NWA Schweiz wird 50 Jahre alt!

Am 5.5.1970 wurde die NWA in Rheinfelden als Kraft gegen das geplante AKW Kaiseraugst als erste Energie-Umwelt-Bürgerbewegung der Schweiz gegründet. 

Damals bedeutete NWA noch Nordwestschweizerisches Aktionskomitee, seit 2007 steht NWA für Nie Wieder AKW.

Zusammen mit anderen Organisationen haben wir in diesen 50 Jahren den Bau von Kaiseraugst, Inwil, Graben, Rüthi und Versoix verhindert, sowie ab 2007 den Ersatzbau von Mühleberg, Beznau und Gösgen. 

Zu unseren besten Zeiten im Kampf gegen Kaiseraugst hatten wir über 20’000 Mitglieder, heute sind es noch 2’300 Mitglieder und über 6’000 Spender*innen.

Ihnen allen sagen wir heute einmal mehr: Danke! Ohne euch gäbe es uns und unseren Kampf nicht.

Jetzt wollen wir hoffen, dass es nicht noch einmal 50 Jahre dauern wird, bis das letzte AKW der Schweiz stillgelegt wird. Am 21. Mai 2017 hat die Schweizer Stimmbevölkerung den Atomausstieg beschlossen, doch der Ausstieg ohne Stilllegungsplanung geht zu langsam. Warum die hochgefährlichen, altersschwachen Reaktoren Beznau 1 und 2 heute noch laufen, können wir nicht verstehen.

Immerhin hatten wir im letzten halben Jahr viel zu tun mit der Organisation des Nächglühfestes in Bern zur Stilllegung des AKWs Mühleberg und dem Nachglühapéro in Basel zur Stilllegung des Reaktors Fessenheim 1. 

 Am 27. Juni 2020 wäre ein Nachglühfest in Basel zur Stilllegung von Fessenheim 2 geplant. Eventuell muss das ebenso verschoben werden wie unsere Jubiläums-Mitgliederversammlung vom 5. Mai 2020 auf dem Kaiseraugst-Gelände, die auf unbestimmt verschoben wurde. 

Unser 50-Jahre-Jubiläum feiern nun wir mit unserem Wendeblatt 26 

https://nwa-schweiz.ch/publikationen/wendeblatt-archiv/

und mit der Versteigerung eines Weltformat-Plakates vom Nachglühfest zur Stilllegung von Mühleberg vom 20. Dezember 2019, das von allen sieben auftretenden Bands unterschrieben ist

https://www.facebook.com/events/1409648459208063/

Wir kämpfen auch in Zukunft für den raschen Atomausstieg und eine 100% erneuerbare Energieversorgung!

Wir wollen weder Geld verbrennen, noch ein zweites Tschernobyl in Beznau!

Morgen ist der 34. Jahrestag des Tschernobyl-GAUs, und unsere zwei ältesten Reaktoren in Beznau laufen noch immer.

Wir stellen daher dem Verwaltungsrat der Axpo in Form eines offenen Briefes Fragen zur Sicherheit, zur Rentabilität, zu Nachrüstungen und Evakuierungsplänen.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS hat uns bestätigt, dass es „eine aktualisierte Risikoabschätzung für ein nukleares Referenzszenario während der laufenden Pandemie nicht vorgenommen habe“. 

Die im Normalfall schon ungeklärte Evakuierung ist offensichtlich noch unmöglicher zu Pandemiezeiten. Wobei eine glaubhafte Evakuierungsplanung Voraussetzung für den Betrieb unserer Atomkraftwerke sind.

Die Position der NWA Schweiz ist in dieser Sache klar:

Wir möchten mit dem Weiterbetrieb von Beznau 1 und 2 weder Geld vernichten, noch ein zweites Tschernobyl in Beznau erleben müssen. Wir ziehen eine geordnete Stilllegung beider Reaktoren vor.

Mit freundlichen Grüssen

Andreas Fischer und Désirée Jaun, NWA Co-Präsidium

Peter Stutz, Geschäftsführer

PS. Der Sprecher des Bundesamts für Bevölkerungsschutz hat uns mitgeteilt, dass das BABS nicht mit dem oben erwähnten Satz, sondern wie folgt zitiert werden möchte: „Das Notfallschutzkonzept sieht vor, wirtschaftliche sowie gesellschaftliche Faktoren bei der Planung und Anordnung von Schutzmassnahmen miteinzubeziehen. Eine Pandemie wäre ein solcher Faktor, der insbesondere die operationellen und logistischen Überlegungen im Zusammenhang mit einer vorsorglichen Evakuierung beeinflussen würde.“

NWA Mitgliederversammlung zum 50 Jahre Jubiläum wird verschoben

Unsere grosse Mitgliederversammlung in Rheinfelden zum 50 Jahre – Jubiläum der NWA Schweiz vom 5. Mai 2020 wird auf nach den Sommerferien verschoben.

Das ist natürlich frustrierend, wenn man schon das Fest auf dem Kaiseraugstgelände organisiert hat, aber wir müssen es wegen der Corona-Epidemie auf einen Zeitpunkt nach den Sommerferien verschieben.

Die NWA wie auch die GAK, gewaltfreie Aktion Kaiseraugst, wurden vor 50 Jahren gegründet, um den Bau des AKWs Kaiseraugst zu verhindern. Mit der Besetzung des Baugeländes von 1975 wurde der Bau blockiert. Die politische Bereinigung des Verzichts mit der endgültigen Beerdigung des Projekts brauchte aber Zeit bis 1988.

Die AKWs Gösgen und Leibstadt konnten nicht mehr verhindert werden, aber seit der Inbetriebnahme von Leibstadt 1984 wurde in der Schweiz kein AKW mehr gebaut, aber am 20. Dezember 2019 das erste stillgelegt, in Mühleberg bei Bern. Die Reaktoren Beznau 1 und 2 folgen hoffentlich sehr bald.

Als Trost gibts hier noch einen Beitrag zur Kaiseraugst Besetzung von 1975:

Nachglüh-Apéro zur Stilllegung des AKWs Fessenheim 1 am 22.2.2020

Hier ist der Nachglüh-Apéro zum Nachschauen, der mit kurzen Reden am Claraplatz in Basel gefeiert wurde. Die erste Hälfte mit:

Jan Schudel, Präsident NWA Basel

Peter Stutz, Geschäftsführer NWA Schweiz

Gerhard Zickenheiner, Mitglied des Deutschen Bundestages

Zweite Hälfte mit:

Katja Christ, Nationalrätin GLP Basel-Stadt

Sibel Arslan, Nationalrätin Grüne Basel-Stadt

Dr. Rudolf Rechsteiner, Vizepräsident TRAS und alt Nationalrat SP

Über den Anlass berichtete auch Telebasel – hier ist der Link zu dem Beitrag.

Nachglüh-Apéro AKW Fessenheim 1

Am 22. Februar 2020 wird der Reaktor 1 des AKW Fessenheim stillgelegt!
Dadurch sinkt die Gefahr durch das marode AKW stark. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!

Am Samstag dem 22. Februar 2020 um 14.00 Uhr
Claraplatz, 4058 Basel

Rednerliste :

Peter Stutz, Geschäftsführer NWA Schweiz

Jan Schudel, Präsident NWA Basel

Gerhard Zickenheiner, Mitglied des deutschen Bundestages

Katja Christ, Nationalrätin und Präsidentin GLP Basel-Land

Dr. Rudolf Rechsteiner, Vize-Präsident TRAS und alt Nationalrat SP

Kommt vorbei uns stosst mit uns an!